In der Bauausschusssitzung am 4. Februar 2010 wurde das Mobilfunkgutachten mit Standortkonzept vorgestellt, das wir Grüne schon lange gefordert haben. Aufgabe der Analyse war, die Strahlungsbelastung im Gemeindegebiet zu messen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie diese Belastung minimiert werden kann.
Kern das Gutachtens ist die Erkenntnis, dass das gesamte Gemeindegebiet von einer einzigen Stelle aus versorgt werden könnte, so dass überall Empfang sichergestellt ist bei gleichzeitig gesundheitlich unkritischer Strahlungsbelastung für alle Wohngebiete. Diese Stelle auf einem Gemeindegrundstück befindet sich in der Feldlage zwischen Schöndorf und Brüggelchen.
Gleichzeitig förderte das Gutachten zu Tage, dass die Strahlungsbelastung in Haaren, ausgehend von der Mobilfunkanlage auf dem Gebäude eines großen Lebensmittelbetriebs, als gesundheitlich kritisch anzusehen ist. Die im Lichte der neueren Forschung als unbedenklich anzusehenden Strahlungswerte für Langzeitexposition werden dort um ein Mehrfaches überschritten (vgl. S. 13 bzw. S. 38 des Gutachtens).
Die Grüne-Fraktion stellte den Antrag, auf Grundlage der vorgestellten Analyse sofort ein Standortkonzept für Mobilfunkanlagen zu beschließen. Denn im Zuge des UMTS-Ausbaus und des weiteren technischen Fortschritts muss mit der Errichtung immer neuer Sendeanlagen und einer weiter steigenden Strahlungsbelastung der Bevölkerung gerechnet werden. Damit aber auch die anderen Fraktionen sich noch mit diesem Thema eingehend beschäftigen können, haben wir einer erneuten Beratung in der nächsten Sitzungsperiode Ende Februar/Anfang März zugestimmt.
Verfasst von JvdD am 15.02.2010, 15:34 Uhr (458 Aufrufe)
Für rauchende Köpfe und erhellende Einblicke in den Themenkomplex Mobilfunk und Gesundheitsschutz sorgten unsere beiden Referenten Dr. Ralph Schorn und Dr. Lebrecht von Klitzing auf unserem Informationsabend. Beide stellten in jeweils 20 Minuten aus ihrem Blickwinkel Funktionsweise und gesundheitliche Auswirkungen der Mobilfunktechnik dar. Anschließend entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion.
Im Gemeindegebiet waren und sind mehrere Standorte für Mobilfunkmasten im Gespräch. Während der ursprünglich geplante Standort auf der Brabanter Str. auf dem Gelände der alten Molkerei in Waldfeucht nicht realisiert wurde, ist in Zukunft mit der Installation eines UMTS-Mobilfunkmastes auf dem alten Zollhaus zu rechnen.
Durch den engagierten Protest der betroffenen Bürger konnte die Errichtung eines weiteren Mastes in der Feldlage zwischen Brüggelchen und Haaren verhindert werden.
Inzwischen gibt es konkrete Planungen, auf dem Kirchturm in Braunsrath eine Mobilfunkanlage zu installieren. Diese läge dann mitten in einem Wohngebiet und wäre nur 200m von Schule und Kindergarten entfernt. Die Bürger wurden hierüber bisher nicht informiert.
Ebenso wie sich die Mobilfunktechnik rasant ausbreitet, mehren sich auch die Erkenntnisse, dass die allgegenwärtige Mobilfunkstrahlung die Gesundheit schädigen kann. Über jeden Zweifel erhabene Studien, wie die von der EU finanzierte REFLEX-Studie belegen unzweifelhaft, dass hochfrequente elektromagnetische Felder weit unterhalb des gegenwärtigen Grenzwertes die Gene in isolierten menschlichen Zellen schädigen können. Auch wenn solche Studien sich aus naheliegenden Gründen in Politik und Wirtschaft keiner großen Beliebtheit erfreuen, so ist ja allgemein bekannt, dass Strahlung an sich (z.B. Sonnenstrahlung, Röntgenstrahlung) der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich ist. Wie bei jedem Gift kommt es auf die Dosis an.
Gerade hier liegt aber noch vieles im Argen. Die deutschen Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung sind im internationalen Vergleich sehr hoch und die Abstände von Mobilfunkmasten zur Wohnbebauung sind oft völlig unzureichend. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Initiativen zum Schutz gegen Mobilfunkstrahlung, die sich angesichts der Untätigkeit der Politik gegründet haben.
Verfasst von JvdD am 26.07.2007, 16:21 Uhr (961 Aufrufe)